05.09.2023

Rückblick auf den ersten Tag des Wirtschaftsforums

(Fotogalerie unten)

Während der drei Tage des Wirtschaftsforums in Karpacz wurde der deutsche Pavillon German Lounge zu einem Ort der gemeinsamen Diskussion über viele Aspekte der polnisch-deutschen Beziehungen und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern.

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Dr. Lars Gutheil, Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer und Martin Kremer, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Breslau

Den Auftakt zu diesem Dialog bildete ein Treffen mit dem Sondergast Martin Kremer, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Breslau, der die außerordentliche Bedeutung der Beziehungen zwischen Polen und Deutschland betonte.

Er wies auf das große Potenzial beider Länder und die vielversprechenden Aussichten für die Entwicklung der gegenseitigen Zusammenarbeit auf vielen Ebenen hin. Er brachte auch die Hoffnung zum Ausdruck, dass der intensive Dialog über die deutsch-polnische wirtschaftliche Zusammenarbeit, der in diesem Jahr während des Wirtschaftsforums in Karpacz eingeleitet wurde, in den kommenden Jahren fortgesetzt wird - auch mit der Beteiligung und Unterstützung des deutschen Generalkonsulats.

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Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Bei der Podiumsdiskussion "Grüne Energie, Automobil- und Energieinterdependenzen" ging es um die Dekarbonisierung und ihre Auswirkungen auf die Automobilindustrie, die Nachhaltigkeit der Lieferketten und die Investitionsattraktivität Polens.

An der von Jakub Faryś, Präsident des Polnischen Verbands der Automobilindustrie, geleiteten Diskussion nahmen Agnieszka Olenderek, Volkswagen Poznań, Jacek Bogusławski, stellvertretender Marschall des Marschallamts der Region Großpolen, Łukasz Gałczyński, Agentur für industrielle Entwicklung S.A., Krzysztof Burda, PIRE - Polnische Kammer für die Entwicklung der Elektromobilität, Mateusz Stańczyk, SMM Legal, Frederic Faroche, Veolia Polen und Grzegorz Jóźwiak, MBA, ORLEN S.A. teil.

Die Experten betonten, dass wir uns an einem Wendepunkt für Polen und Europa befinden. Die Zukunft des Automobils liegt in emissionsfreien Antrieben und in der Dekarbonisierung der Produktion. Einer der Schlüsselfaktoren für die Ansiedlung neuer und die Entwicklung bestehender Investitionen wird der Zugang zu billiger, grüner und stabiler Energie sein. Biogas und grüner Wasserstoff haben das Potenzial, diese Kriterien zu erfüllen, aber es bleibt eine offene Frage, wie schnell und unter welchen Bedingungen diese Energieträger für die Industrie nutzbar sein werden. Es wurde darauf hingewiesen, dass die Zusammenarbeit zwischen der Automobilindustrie, der Energiewirtschaft und den lokalen Behörden für den gesamten Prozess und den gemeinsamen Erfolg wichtig ist.

Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Im Rahmen der Podiumsdiskussion "Europa am Scheideweg? Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in Europa, Deutschland und Polen und ihre Auswirkungen auf Produktion, Handel und wirtschaftliche Entwicklung" wurden aktuelle Herausforderungen diskutiert.

An dieser Diskussion nahmen teil: Grzegorz Piechowiak, Staatssekretär und Regierungsbevollmächtigter für ausländische Investitionen im Ministerium für Entwicklung und Technologie, Katarzyna Byczkowska, Geschäftsführerin von BASF Polen, Stefanie Hegels, CEO von Volkswagen Poznań Sp. z o.o, Stephan Linhart, Senior Director Sales Central-/Eastern Europe & Israel, Lufthansa Group, Markus Meckel, Co-Vorsitzender des Rates der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, ehemaliger (letzter) Außenminister der DDR und Mitglied des Bundestages, und Philip Sohler, Vorstandsmitglied von Kaufland Polen. Die Diskussion wurde von Dr. Lars Gutheil, Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer, moderiert.

Schwierige Rahmenbedingungen wie die aktuell hohen Energiepreise führen zu neuen Lösungen und einer Beschleunigung der Innovation in Europa. Die nachhaltige Investitionsstrategie u.a. deutscher Unternehmen in Polen unterstreicht die Chancen, die sich aus der Zusammenarbeit und gemeinsamen Zielsetzung beider Länder für den ganzen Kontinent ergeben. Statt Globalisierung herrscht Glokalisierung - sehr zum Vorteil des Investitionsstandortes Polen. Wichtige Teile der Wertschöpfungsketten könnten bald wieder in Europa liegen und zur Renaissance eines neuen, grünen Europas führen. Dazu bedarf es einer Energiewende, einer "grünen Energie", die ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Marktes ist und sich positiv auf das Interesse der Investoren auswirkt.

Minister Piechowiak verwies auf die anhaltende Attraktivität des polnischen Marktes für ausländische Investoren, auch aus dem außereuropäischen Ausland, aufgrund der Nähe der Absatzmärkte. Er wies darauf hin, dass die polnisch-deutsche Zusammenarbeit sehr gut laufe und das Interesse an Polen groß sei. Eine der wichtigsten Herausforderungen wird die Umstellung der Wirtschaft auf grüne Energiequellen sein. Minister Piechowiak wies darauf hin, dass Polen immer noch stark auf einen kohlebasierten Energiemix angewiesen ist und dass der Übergang ein anspruchsvoller und zeitaufwändiger Prozess ist. Er versicherte jedoch, dass die Regierung den Wandel in diesem Bereich unterstützt und die Erwartungen der Investoren erfüllt.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass es darauf ankommt, ein sich mit gleicher Geschwindigkeit entwickelnden Europa zu schaffen, seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Vorschriften zu erarbeiten, die diesen Prozess unterstützen.

Der intensive Tag voller Diskussionen, Interviews und Networking wurde mit großartiger Unterhaltung während des Bayerischen Bierfestes im deutschen Pavillon German Lounge abgeschlossen. Die Gäste genossen die Musik der Band Happy Bavarians, während zum ausgezeichneten Weißbier Spezialitäten der deutschen Küche serviert wurden.