06.09.2023

Rückblick auf den zweiten Tag des Wirtschaftsforums

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Der zweite Tag des Wirtschaftsforums in Karpacz war geprägt von Diskussionen über die Erfahrungen verschiedener Geschäftsbereiche in Bezug auf die Entwicklung von Geschäftstätigkeiten mit umweltbezogenen, sozialen und wirtschaftlichen (ESG) Zielen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Herausforderungen im Gesundheitswesen.

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v.l.n.r.: Katarzyna Byczkowska, Rene Koinzack, Marcin Łojewski, Kamil Wyszkowski

ESG-Synergie: Konvergierende Kräfte für ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt – Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion über ESG-Synergien mit Experten aus verschiedenen Branchen war ein aufschlussreiches Gespräch über die konvergierenden Kräfte, die den ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt vorantreiben. Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass Synergien im ESG-Bereich weder eine Modeerscheinung noch eine Formalität sind, sondern bei konsequenter Umsetzung in sehr konkrete, vielfältige Maßnahmen münden, die messbare Ergebnisse hervorbringen und die Unternehmensführung dauerhaft verändern.

In der Diskussion wurden die Erfahrungen der Unternehmen in diesem Bereich von Katarzyna Byczkowska, Geschäftsführerin von BASF Polen, Rene Koinzack, General Manager Sales, Czech Republic & Poland Lufthansa, Marcin Łojewski, Mitglied des Vorstands von Kaufland Polen, vorgestellt, während die geopolitische Perspektive und die regulatorischen Aspekte von Kamil Wyszkowski, Executive Director des United Nations Global Compact Network Poland, beleuchtet wurden. Die Podiumsdiskussion wurde von Joanna Dargiewicz-Rożek von der ESG Association moderiert.

Die Energiewende, die Nutzung erneuerbarer, grüner Energiequellen, die Verringerung der CO2-Emissionnen durch Innovation und die Einführung neuer Technologien, die Suche nach umweltfreundlicheren Materialien oder die Bildung und Interaktion mit lokalen Gemeinschaften sind nur einige der Bereiche, in denen die im Diskussionsforum vertretenen Unternehmen aktiv sind. Die von den Unternehmen gesetzten Ziele sind ehrgeizig: Bis 2050 soll Kohlenstoffneutralität erreicht werden. Es wurde hervorgehoben, dass das Handeln unter Einhaltung von ESG-Annahmen zunehmend zu einem Wettbewerbsfaktor in der Wirtschaft wird. Die Herausforderung besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen Entwicklungszielen und wirtschaftlichen Faktoren zu finden, wie z. B. Rentabilität oder die Beibehaltung eines akzeptablen Preisniveaus. Die Antwort kann in der Einführung neuer Lösungen in einer großen Skala und in der Nutzung vorhandener innovativer Lösungen liegen. Verordnungen im Rahmen des europäischen Green Deal oder des RePower EU-Plans unterstützen den Wandel. Unternehmen, die ESG-Anforderungen verfolgen, können zunehmend auf Unterstützung bei der Transformation zählen, sowohl in Form von  europäischen Fonds als auch von Finanzierungen durch Entwicklungs- und Geschäftsbanken. 

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass wirtschaftliche, soziale und ökologische Ziele einander ergänzen und dass es in der Verantwortung der Unternehmen liegt, sie in ihrer Tätigkeit zu berücksichtigen, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern.

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Dr. Lars Gutheil, Geschäftsführer der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer und Prof. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg

Prof. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, war ein besonderer Gast im Deutschen Pavillon German Lounge und teilte seine Erfahrungen und Schlussfolgerungen zur grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Zusammenarbeit und den Möglichkeiten ihrer Entwicklung. 

Er betonte, dass die Herausforderungen, mit denen wir derzeit konfrontiert sind, wie z. B. die Notwendigkeit der Energiewende oder der Klimawandel, gemeinsam sind, so dass es notwendig ist, gemeinsam zu handeln. In diesem Bereich, in dem es oft keine vorgefertigten Lösungen gibt, ist sofortiges Handeln erforderlich. Umso wichtiger sind eine enge Zusammenarbeit und ein kontinuierlicher Erfahrungsaustausch. Der Gast berichtete auch von den Erfahrungen, die in Brandenburg bei der Großinvestition der Firma Tesla gewonnen werden konnten, und wies auf Erfolgsfaktoren (Infrastruktur, aber auch Mentalität) und grenzüberschreitende Aspekte solcher Projekte hin. Er betonte die Bedeutung des Zugangs zu qualifizierten Arbeitskräften für die wirtschaftliche Entwicklung, die derzeit sowohl in Deutschland als auch in Polen sehr wichtig ist.
 
Abschließend wies er darauf hin, dass der Schlüssel zur Entwicklung der Zusammenarbeit, einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Dialog ist, der zur Vertrauensbildung beiträgt, und dass das Wirtschaftsforum in Karpacz und die German Lounge einen Raum für ein solches konstruktives Gespräch darstellen.

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Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Der zweite Tag des Wirtschaftsforums wurde mit einer Diskussion von Vertretern der Medizinbranche über Innovationen im Gesundheitswesen und die Mitverantwortung der Patienten im Behandlungsprozess abgeschlossen.

An dem Treffen nahmen teil: Piotr Węcławik, Direktor der Abteilung für Innovation, Gesundheitsministerium, Magdalena Kołodziej, Vorstandsvorsitzende der Stiftung MY Pacjenci, Prof. Mastalerz-Migas, Nationaler Berater für Familienmedizin, Michał Dzięgielewski - Direktor der Abteilung für Gesundheitswesen, Gesundheitsministerium, Anna Śliwińska - Vertreterin der Patientenvertretung - Polnischer Diabetesverband, dr. n. pharm. Karolina Maria Nowak MBA, Direktorin der Abteilung für Innovation und Entwicklung der Biotechnologie, Szymon Chrostowski - Vorstandsvorsitzender der Stiftung "Wygrajmy zdrowie", Jens Beiküfner - Leiter der Wirtschaftsabteilung der Deutschen Botschaft in Polen, Anna Lech, Böhringer Ingelheim, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der AHK Polen, Krzysztof Orlowski, Bayer, Governmental Affairs & MA Manager und Anna Kryżanowska, Merck, Head of Market Access & Governmental Affairs. Das Treffen wurde von Aleksandra Kurowska, Chefredakteurin von "Co w zdrowiu”, moderiert.

Das Treffen bot die Gelegenheit, innovative Lösungen im Gesundheitswesen zu erkunden, insbesondere im Zusammenhang mit der digitalen Transformation des Sektors. Es wurde das Potenzial der digitalen Unterstützung von Patienten im Diagnose- und Therapieprozess erörtert, was zu einem stärkeren Engagement und mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit führen kann. Die Teilnehmer reflektierten auch über das Potenzial der digitalen Transformation des Gesundheitswesens, die Folgen chronischer Krankheiten im polnischen Gesundheitssystem kurz- und langfristig zu verringern.

Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass es für den Aufbau eines nachhaltigen Gesundheitssystems, das besser auf künftige Herausforderungen in diesem Bereich reagieren kann, von entscheidender Bedeutung ist, die Themen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten und ein Gespräch zwischen Vertretern aus verschiedenen Bereichen der Gesundheitsbranche zu führen.

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Der Tag endete mit einer wunderbaren Alpennacht, die gemeinsam von der AHK Polen, der polnisch-französischen Handelskammer und der polnisch-schweizerischen Handelskammer veranstaltet wurde. Die alpenländische Musik der Band "Happy Bavarians" begleitete die Gäste, die sich in internationaler Gesellschaft amüsierten.